Praxis für Eheberatung und Psychotherapie - Marry & Schäfer

Unsere Leistungen

Tiefenpsychologische Einzeltherapie

Erinnern statt Wiederholen

Das ist das Motto der Psychoanalyse und die Voraussetzung zur Änderung der Folgen einer schicksalhaften Belastung. Die Psychoanalyse hat sich, seit ihrer Erfindung um die Jahrhundertwende durch Sigmund Freud, natürlich weiterentwickelt. Von der ehemaligen, oft belächelten Situation, in der ein Patient auf der Couch liegt und seine Assoziationen dem Analytiker erzählt, der sich schweigend Notizen macht, ist nicht mehr viel übrig geblieben. Es haben aber auch entscheidende Entwicklungen in allen psychologischen "Schulen" stattgefunden. Mischformen und sehr wirksame Methoden sind inzwischen verfügbar.

Heute sind auch die strengsten "Freudianer" dazu übergegangen, sich mehr nach dem Bedarf der heutigen Zeit zu orientieren. So wurden viel mehr soziologische, ethische und kulturelle Veränderungen der Gesellschaft in der modernen Methodik berücksichtigt.

Sowohl die Gruppentherapie, als auch die Ich-stützende Kurztherapie mit Elementen aus der Verhaltens- und Schematherapie haben Einzug in die Tiefenpsychologie erhalten. Aktive Methoden, wie Körperarbeit und Psychodrama u.a. sind zum Selbstverständnis vieler Psychoanalytiker hinzu gekommen.

Dennoch bleibt die Psychoanalyse eine Art Basiswissenschaft für das Verständnis menschlicher Motivation,  Intention und Interaktion, ganz gleich welche weitere Entwicklung die verschiedenen "Schulen" genommen haben. Im Wesentlichen geht es immer um die Aufdeckung unbewusster Denk-, Fühl- und Handlungsmuster, die in einem Widerspruch zwischen Triebbefriedigung und Realitätsdruck stehen und deren Lösungsversuche unangemessen sind und zu Konflikten führen.

Einfacher gesagt geht es der Psychoanalyse darum, den Menschen, und damit seine Konflikte, als geschichtlich entstanden zu behandeln. Die Auswirkungen der individuellen Geschichte auf das Hier-und-Jetzt seines Lebens sollen bewusst und somit einer Veränderung zugänglich gemacht. Denn "wer die Geschichte nicht kennt, ist gezwungen, sie zu wiederholen" und fällt immer wieder zurück in das Unglück, das nicht verarbeitet oder korrigiert wurde.

So gesehen bringt die Psychoanalyse immer eine Selbsterkenntnis und ein Stück Emanzipation aus unbewussten Zwängen mit sich, auch wenn sie ursprünglich eine Behandlungsmethode ist (und weiterhin bleibt) für neurotische und psychosomatische Störungen. Dabei ist die Beziehung zwischen Therapeut und Patient, die sich über mehrere Jahre erstrecken kann, ein notwendiges, tragendes und wiedergutmachendes Fundament der analytischen Psychotherapie. Manchmal können nur in ihr die ertragenen Schmerzen und Demütigungen der Kindheit erlebt, geäußert und als Schicksal betrachtet werden, das es nun zu verändern, manchmal aber nur anzunehmen gilt.

Je nach Schweregrad der Symptomatik kann eine individuelle, tiefenpsychologische Therapie lange dauern. Da sie belastend sein kann, wird der Patient in dieser Zeit angehalten, seine sozialen Lebensumstände stabil zu halten.

Da wir die Kosten nicht mit Krankenkassen abrechnen, muss die Indikation vor Beginn einer solchen Therapie anhand einer gründlichen Anamnese festgestellt werden. Die Betroffenen werden ausführlich informiert und entscheiden selbst über Häufigkeit und Dauer der Maßnahme.

Unter Umständen genügt eine sogenannte „Kurztherapie“ von ca. 25 Sitzungen, um akute Störungen zu beheben.